Reisetagebuch Périgord: Vierter Tag – Travel Journal Périgord: Day Four

In Saint-Léon-sur-Vézère, einem der schönsten Dörfer Frankreichs, habe ich zwar viele Fotos gemacht, aber nicht so den idealen Platz zum Zeichnen gefunden (mit Sitzplatz). Nur ein kleines Detail habe ich festgehalten, weil es gar so hübsch anzusehen war:

In Saint-Léon-sur-Vézère, one of the most beautiful villages in France, I took a lot of photos today, but I didn’t find the „right“ spot to sketch (with a place to sit). Only one small detail caught my eye because it’s so pretty, and I could do it fast, standing upright:

Die Zitrone war tatsächlich so länglich, wohl eine spezielle Sorte.- Dann fuhr ich ein kleines Stück weiter, in ein anderes kleines Dorf, Plasac. Dort konnte ich dann auf einer Mauer sitzen und zeichnen!

The lemon actually was a bit longer than I knew them, might be a special kind.- Then I drove just a bit further, to another pretty village, Plasac. There I found a place to sit and sketch!

Dieses alte Gebäude (rechts nebenan ist die Kirche) war Teil des Bischofssitzes – vor entsprechend langer Zeit. Und heute Abend habe ich geich noch zwei Karten gemalt, beide zeigen Szenen aus diesem gleichen Dorf.

This old building once was part of the bishop’s residence (to the right there’s the church, not on the picture), a long time ago. In the evening, I did another two postcards, both showing scenes from the same village:

Diese Taubentürme gibt es hier viele – Täubchen wurden gern gegessen! Übrigens sind hier alle Gebäude in diesen Gelb- und Lachstönen, weil der hiesige Stein diese Farben hat. Es gibt etliche Steinbrüche. Aber selbst verputzte Häuser werden in diesen Farben gestrichen – entweder, damit sie dazu passen, oder, weil sich hier niemand ein andersfarbiges Haus vorstellen kann… Ist ja auch hübsch!

There are a lot of these dove towers around here – I guess, because doves were on the menu often in former times! The buildings all show these yellow or salmon colours because the stone quarried around here has these colours. But also new houses get painted in the same colours, either to match the other ones or because people here just love them – well, it’s nice, isn’t it?

Reisetagebuch Périgord: Dritter Tag – Travel Journal Périgord: Day Three

Gestern war ich in Terrasson-Lavilledieu, wo mich die „Jardins de l’Imaginaire“, also die Fantasiegärten, lockten. Vor Ort erfuhr ich, dass diese nur im Rahmen einer Führung besichtigt werden können. Das ist zwar oft interessanter, da informativer, doch dann hat man nicht die Möglichkeit, zu zeichnen, weil es immer schnell wieder weitergeht. Also habe ich während der halben Stunde, die ich auf den Beginn der Führung wartete, diesen Brunnen gezeichnet. Zum Colorieren kam ich nicht mehr vor Ort, weil es nach der Führung zu regnen begann; das musste ich dann in der Ferienwohnung nach einem Foto machen.

Yesterday I went to Terrasson-Lavilledieu, to see the „Jardins de l’Imaginaire“ – the „Fantasy Gardens“. They only can be visited during a guided tour, which can actually be more interesting, but there’s no time to sketch. So I did the sketch of this fountain at the entrance of the gardens while waiting for the tour. Alas, I had to add the colours later in my airBnB, because the tour started before I got to them – and after the tour it began to rain.

Danach besichtigte ich bei teils trockenem, teils regnerischem Wetter noch die Altstadt. Zurück in der Ferienwohnung habe ich abends nicht nur den Brunnen fertig gemalt, sondern auch gleich die ersten Postkarten:

After having visited the old town of Terrasson in changing weather, I not only finished the fountain, but also did the first postcards:

Nun muss ich sie noch schreiben und am Montag in einem „Bar Tabac“ die Briefmarken holen!

Now I just have to write them and on Monday go to a „Bar Tabac“ to get stamps!

Reisetagebuch Périgord: Zweiter Tag – Travel Journal Périgord: Day Two

Nun, zunächst noch ein Nachtrag zu vorgestern: ich war auch in einer fantastischen Tropfsteinhöhle mit unterirdischen Seen und einem Fluss, doch dort konnte ich nicht zeichnen. Daher habe ich nach einem meiner Fotos eine doppelte Seite im Tagebuch gefüllt:

Well, first, I’d like to show you another picture I’ve done from a photo because I couldn’t sketch in the gorgeous cave I’ve visited the day before yesterday. There are, of course, stalagmites and stalagtites, but also underground lakes and a river. Very beautiful! So I did this one on the journal spread:

Die Formen und Farben „schrien“ förmlich danach, halb abstrakt festgehalten zu werden…

The shapes and colours just „wanted“ to be caught in a near abstract way…

So, und gestern war ich zunächst in den Panoramagärten von Limeuil, wo ich unzählige Fotos gemacht habe. Sie liegen hoch über dem Zusammenfluss von Vézère und Dordogne, daher der Panoramablick. Aber natürlich gibt es dort auch eine Vielzahl an Pflanzen, nach Themen geordnet (Zierde, Nutzen, Nahrung, Medizin etc), und es duftete in der Sonne ganz wunderbar! Die in der Sonne leuchtende Kapuzinerkresse musste ich malen, und die Dahlie passte farblich dazu.

So now, yesterday I first went to the panoramic gardens of Limeuil, where I took a lot of photos. They are situated high above the joining rivers of Vézère and Dordogne, thus the panoramic view. But of course there also is a great variety of plants in several themed gardens (flowers, medicinal plants, fruits and vegetables, plants that can be used for dying and other purposes, etc), and there were wonderful scents in the air! The nasturtium, glowing in the sun, just had to be sketched and painted; the dahlia matches the colours.

Dann fuhr ich weiter nach Cadouin, wo ein sehr schönes ehemaliges Zisterzienserinnenkloster zu besichtigen ist – hier saß ich auf einer der alten Steinbänke im Kreuzgang und zeichnete.

Then I went to Cadouin where you can visit a very nice former monastery with a beautiful cloistered courtyard. Sitting on one of the old stone benches in the cloister, I did this picture.

Einen wunderbaren Abend verbrachte ich dann auf Schloss Ladausse, einem kleinen privaten Schloss bei Monflanquin (schon im Departement Lot-et-Garonne). Hier hatte ich ein Dinner gebucht: die Gastgeber Eric (ursprünglich Belgier) und Dianne (aus USA) haben es in ein kleines Hotel umgebaut. Dianne kocht sehr gut und gern und zu bestimmten Terminen bieten sie diese Dinnerabende an, wo jeder sich anmelden kann. Das Gute für mich: als alleinreisende Frau macht das Abendessen im Lokal keinen Spass. Doch dort sitzen alle an einem Tisch – mit dem Gastgeber – und so hatte ich Gesellschaft zusätzlich zum fantastischen Menü! Es war eine kleine Gruppe, alle sehr nett, und es gab interessante Gespräche (Englisch, da die anderen Gäste aus USA waren). Vor dem Essen zeichnete ich noch den Brunnen im Hof und die Lindenblüten, die – von 3 Bäumen – das ganze bedufteten!

In the evening I spent some wonderful hours on Ladausse castle, a small, private castle near Monflanquin (Département Lot-et-Garonne). The owners, Dianne and Eric, have renovated it and made it a hotel. Dianne is a Paris-trained cook from the US and on special evenings anybody may book a dinner there. The upside for me: as a single woman having dinner in a restaurant isn’t that great, but here, everybody sits at the same table, including the host, so I had company with the great meal! The other guests were from the US, too, so we spoke English. They were interesting people and I’ve enjoyed their company. The food was terrific.. Before sitting down for dinner, I’ve sketched this well in the courtyard, as well as some linden flowers which – from 3 trees – scented the whole affair very pleasantly!

Mein Reisetagebuch Périgord: Tag 1 – My Travel Journal Périgord: First Day

Nun bin ich den zweiten Tag in Frankreich in der Region Périgord/Dordogne, und komme erst jetzt zum bloggen. Ich habe bereits sehr viele Fotos gemacht, und es braucht Zeit, die alle zu sichten und für’s Hochladen vorzubereiten. Daher habe ich beschlossen, Euch die Fotos meiner Reise erst nach meiner Heimkehr nach und nach zu zeigen; stattdessen werde ich hier erstmal die Einträge in mein Reisetagebuch posten.

This is the second day of my trip to France; in the Périgord/Dordogne region, I’ve just now found some time to post. Because of the sheer volume of photos taken I’ve decided to wait until I’m back home to „triage“ them and show you the most impressing ones. Instead, during my journey, I’ll just post my journal entries.

Für das Cover des Tagebuches habe ich ein kleines Aquarell gemalt, das nach einem Foto entstanden ist – leider war gestern das Wetter zu kalt und nass, um draussen zu malen. Ich habe in Saint Geniès mehrere Bilder gemacht, die größtenteils wegen des Wetters nicht sehr ansprechend geworden sind, doch für das gemalte Bild habe ich Sonne und ein paar bunte Blumen hinzugefügt.

For the journal cover I’ve done a small watercolour picture from a photo – it was too cold and wet to sketch outside. Also, the photos I’ve taken in Saint Geniès are a bit dull because of the overcast sky. So, for the sketch, I’ve added sunlight and some colourful flowers.

Auf der ersten Seite habe ich eine grobe Skizze der Gegend mit den Sehenswürdigkeiten gezeichnet.

On the first page I’ve done a small sketch of the region with its sites to see.

Erster Tag: die Höhle von Lascaux. Die Originalhöhle darf ja nicht mehr betreten werden seit den 60er Jahren, da die Bilder gelitten hatten. Doch der originalgetreue Nachbau fasziniert genauso! Drinnen darf man nur mit den dort verteilten Geräten Fotos machen, welche einem nach ein paar Tagen erst online zugesandt werden – wahrscheinlich in kleiner Auflösung und mit eingeschränkter Veröffentlichungsgenehmigung… Also hier ist Zeichnen das Beste! Allerdings sind die Malereien ja im Original viel riesiger und an teils schwer zugänglichen Stellen angebracht, das kann weder ein Foto noch eine Zeichnung wiedergeben.. Beeindruckend! Vor 20.000 Jahren gefertigt…

First day: the Lascaux cave with its famous paintings. The original cave has been closed to the public since the 60ies because of the damage to the paintings. But the 1:1 copy is fascinating nevertheless! Inside you’re only allowed to take pictures with the devices you get at the entry; some days later you can access the online site to get them – most probably in a low pixel quality and with restrictions for use… So, a sketch is in order! Of course, the originals are mostly impressing by their size and the way they are painted in spaces not easy to reach, so a sketch or a photo only can give so much of an impression… It was gorgeous! To think that they have been done 20,000 years ago…

Kleine Bilder – Small Pictures

Eines meiner kleinen, selbst gebundenen Aquarellbücher hatte nur noch wenige Seiten frei, daher habe ich ein paar kleine Bilder gemalt, um es vollends zu füllen.

One of my small, handbound watercolour books only had a few pages left empty, so I did some small pictures to fill it completely.

Das zweite Bild zeigt Felsformationen in Alberta, Kanada. Diese Formen werden im Englischen „Hoodoos“ genannt.

The second picture shows hoodoos in Alberta, Canada.

Meine handgebundenen Bücher haben ja verschiedene Papiersorten und -formate in einem Buch. Hier habe ich auf einem kleinen, schmalen Blatt Schnecke und Muschel nach der Natur studiert.

My own handbound books contain different qualities and sizes of watercolour papers in one book. On this small piece I’ve done a study of snail and seashell from ones I’d found.

Eine Szene aus dem Wörlitzer Park…

A scene from the Wörlitz Park ( a large landscape park a bit in the English style)…

Mal wieder ein Stück der Amberger Stadtmauer. Nun ist das Buch voll, aber die nächsten beiden sind schon bereit – ein kleines und ein größeres 🙂

This is once again a part of the Amberg city wall. Well, this book has been filled, but the next two are already waiting – a small one and a larger one 🙂

Noch mehr Lockerungsübungen – Practicing to Achieve a Loose Style

„Leichtigkeit ist schwer“ – dieser Satz kommt mir aus meiner (Amateur-) Zeit beim Zeitgenössischen Tanz noch sehr bekannt vor… Damit eine Bewegung leicht wirkt, muss sie schwer erarbeitet werden – und nun stehe ich vor dem gleichen Problem beim Malen und Skizzieren! In beiden Fällen hilft nur eines: Üben! Daher habe ich heute, sehr früh wach, schon Stift und Pinsel geschwungen…

„Achieving ease is difficult“ – I still very much remember this sentence from my time in an (amateur) Contemporary Dance group… To make a movement look easy, you have to work hard – just as I’m now struggling to achieve a more loose style sketching and painting! In both cases there’s only one way: practicing! So today, after waking early, I’ve already worked my pen and brush…

Brücke im Gartenreich Dessau-Wörlitz.

Bridge in one of the Parks and Gardens of Dessau-Wörlitz, Saxony.

Dorfkirche und Friedhof in Kerlaz, einem Dorf in der Bretagne.

Country Churchyard and cemetery in Kerlaz, Brittany.

Häuser im Museumsdorf Poul Fetan, Bretagne. Unten zum Vergleich ein Bild aus demselben Dorf, das ich bereits vor einiger Zeit gemalt und vorgestellt hatte; es war stärker ausgearbeitet und hatte viel mehr Zeit gebraucht…

Above: houses in the museum’s village of Poul Fetan, Brittany. Below you see another scene from the same village which I had painted and posted some time ago. It’s much more detailed and had taken much more time…

Lockerungsübungen – Trying to Loosen it Up

Da ich ja nun bald im Urlaub ein Reisetagebuch mit Zeichnungen und Aquarellfarben führen möchte, hatte ich den Eindruck, dafür noch lockerer werden zu müssen, damit auch schnelle, kleine Bilder gelingen. Daher versuchte ich, ein paar kleinere Bilder zügig zu malen, ohne zu sehr ins Detail zu gehen. Hier die Ergebnisse:

As preparation for my vacations in June I felt I had to practice sketching and painting in a more loose way to be able to do that in my travel journal. So I’ve tried to do some small pictures faster than usual, omitting more details:

Die oberen Motive stammen alle aus der Fränkischen Schweiz. Bei dem Wasserrad habe ich zunächst gezögert, es schien mir zu schwierig, ohne Aufwand zu malen – doch nach etwas genauerem Hinsehen kapierte ich das System und brauchte dann gar nicht mehr viel Zeit für’s Zeichnen.

The scenes above can be found in Franconia, east of Nuremberg. The watermill at first gave me pause: it seemed too complicated to sketch fast – but when studying it more closely I soon got the idea. In the end it didn’t take long at all!

Dies ist der Ort Rathen in der Sächsischen Schweiz/Elbsandsteingebirge. Auf diesem Bild ist natürlich etwas mehr los; trotzdem habe ich zügig gearbeitet und weder Fenster noch Fachwerk zu genau gemalt.

This is the village „Rathen“ in Saxonia. This picture, of course, is more complex; nevertheless I’ve worked fast and didn’t spend time on catching the windows or the half-timber details exactly.

Und die sommerlichen Felder mit Mohn stammen hier aus der Gegend. So ein Motiv ist nicht nur immer ein schönes Foto, sondern auch einfach zu malen.- Die nächste Zeit werde ich weiterhin am lockeren Malen arbeiten!

The summer fields with poppies are around here. Such a scene always is worth a photo and easy to sketch or paint.- Until my vacation I’ll go on practicing a more loose way!