Einkaufsbeutel aus einem Schirm – Tote from an Umbrella

Ja, richtig: dieser Beutel war einmal ein Schirm! Und zwar einer, den ich wegen seines bunten Patchworkmusters sehr liebte. Doch nach ein paar Jahren war er etwas mitgenommen, und der letzte Sturm gab ihm den Rest, das Gestell war zerstört. Aber die bunte Bespannung wollte ich nicht entsorgen! Das Material bot sich quasi selbst für einen – klein faltbaren – Einkaufsbeutel an. Doch dazu mussten zunächst ein paar Arbeitsschritte erfolgen:

Yes, that’s right: this tote bag once was an umbrella! One I loved because of its colourful patchwork pattern. After some years of use, it was already a bit worn down, and the last storm destroyed the frame completely. Nevertheless, I wanted to save the beautiful cover material. The latter almost advertised its use as a foldable tote, but first there had to be taken several steps:

Nachdem ich die Bespannung vom Gestell gelöst hatte, schnitt ich die 8 „Tortenstücke“ an den Nähten auseinander.

After removing the cover from the frame, I cut the 8 „cake pieces“ along the seams.

Nur, um festzustellen, dass diese gar nicht gerade waren wie Tortenstücke, sondern leicht gewölbt an den langen Seiten – sie mussten also erst einmal gerade geschnitten werden.

Discovering that the individual pieces showed a slight curve on the long sides, I first had to cut these to get straight-line triangles.

Sieben dieser Dreiecke nähte ich nun zu einem langen Rechteck aneinander, das ich dann jeweils oben und unten gerade schnitt.

Piecing seven of these triangles, I got a long rectangle (having cut the edges straight).

Dieses lange Rechteck wurde in der Mitte gefaltet und an den Längsseiten zu einem Beutel verstürzt, dann an der Öffnung oben umgeschlagen gesäumt. Die Reste ergaben, gerade geschnitten, dann genug Material für die Henkel.

After folding the long rectangle inside out in the middle, I joined the sides and turned the tote. Then the upper edge of the opening got a hem, while the leftover material was just enough to cut straight strips for the handles.

Der Clou: die Schirmhülle mit Reißverschluss habe ich dann kleiner genäht (zwei Nähte von links, dann gewendet), nun kann der Beutel darin sehr klein verstaut werden. Witzig: der Anhänger am Reißverschluss (Schirm war von Desigual) zeigt den Anfangsbuchstaben meines Vornamens…😊

Best of all: the umbrella pouch with its zipper only needed two short stitched seams to reduce it to this small pouch to store the folded tote! And the pendant of the zipper (the umbrella having been by Desigual) shows the first letter of my first name … 😊

Zwei kreative Jacken – One-of-a-Kind Jackets

Mit diesen zwei Jacken war ich eine Weile beschäftigt. Die obere ist komplett selbst genäht, und zwar aus einem schweren alten Damastvorhang, der Stoff ist ein Gemisch aus Leinen und Viskose, daher auch für Kleidung geeignet. Der Hintergrund ist fast gold-glänzend, die barocken Ranken heller und matt. Darauf appliziert habe ich ausgeschnittene, alte Stickereien auf Leinen. Derselbe Leinenstoff bildet die Knopfleiste, und auch die Knöpfe sind etwas Besonderes: es sind Keramikknöpfe, deren Farben gut zu den Stickereien passen (unten nochmal größer zu sehen).

These two jackets kept me busy for some time. The upper one is handmade from a heavy old damask curtain – the material being a mixture of linen and rayon, it’s also suited for clothing. The background is a shimmering gold tone, the baroque-style swirls a bit lighter without shimmer. Onto this fabric I’ve added appliqués from cut-out vintage embroideries on linen. Then I used the same linen cloth for the button tape and a handful of ceramic buttons in different designs and colours (the latter matching the colours of the embroideries). You can see them better below:

Was die Jeansjacke angeht, sie ist gekauft, aber mit alten, beige- und naturfarbenen Spitzen verziert. Mit dabei: handgearbeitete Occhi-, Nadel-, Macrameespitze sowie maschinell hergestellte, aber exquisite Plauener Spitze aus Baumwolle.

The denim jacket is a purchased one, embellished with vintage lace doilies and borders in beige and tan tones. The lace pieces are mostly handmade in different techniques (Occhi, needle lace, etc.), the borders on the back and the cuffs are machine-made but vintage and of very fine quality.

Um dem Ganzen noch einen besonderen Touch zu geben, habe ich auch etwas Goldborte verwendet und zusätzlich Bereiche der Spitzen mit Goldstickerei betont.

To enhance the look further, I’ve used a gold tone border and added hand stitching within the lace pieces, using gold tone yarn.

Ein aufgepeppter Pullover – A Refashioned Sweater

Diesen Wollpulli mit Perlen am Ausschnitt bekam ich von meiner Mutter. Er war etwas zu weit und kurz, daher habe ich aus dünnem „Hemdenjeans“stoff einen Tunnel an die untere Kante genäht und eine Kordel durchgezogen, die sich an einer Seite enger ziehen und verknoten lässt. Dann griff ich in meine Kiste mit alten „Konfektionsteilen“ – abgeschnittenen Taschen, Kragen, Bündchen etc. von alten, gebrauchten Kleidungsstücken. Ebenso mussten alte Spitzen, Labels und Applikationsmotive zur weiteren Verzierung herhalten. Rund wird das Ganze mit den ehemaligen Blusenbündchen. Naja, beim aktuellen Wetterbericht werde ich ihn wohl auch noch eine Weile tragen können…

My mother gave me this sweater some time ago. It was a bit too large and short for me, so I added a lightweight denim-coloured material forming a drawstring on the lower edge. Then pockets and cuffs cut from old, used pieces were added as well as labels, appliqués and cut-out, vintage, handstitched lace motives. Well, if the weather forecast is right, I’ll still be able to wear it for some time…

Refashion: eine Bluse – A Blouse

Von meiner Mutter bekam ich eine Jeans-Look Bluse aus leichtem Viskose-Material. Sie war etwas zu groß und hatte lange Ärmel. Mir gefiel aber die Stickerei sehr gut, daher habe ich eine luftige Sommerbluse daraus gemacht: die Ärmel direkt an der Kappnaht abgeschnitten, sodass die Ausschnitte nicht versäubert werden mussten. Dann wurde die Bluse an den Seiten enger genäht und gekürzt. Aus den abgetrennten Ärmeln schnitt ich kurze, breite Bänder, die als Bindebänder unten an die vorderen Kanten genäht wurden. Zum Schluss habe ich die Stickerei noch mit ein paar Glitzersteinchen aufgepeppt. Der Sommer kann kommen!😉

When my Mom offered me a blouse she no longer wears, I loved the stiching, the light and soft rayon material and the denim look. It was a bit too large, so I decided to refashion it: first I cut the long sleeves directly at the reinforced seams – no need to trim or neaten the edges here. Then I adjusted the side seams to my size and shortened the blouse a bit. Two pieces of material cut from the sleeves now serve to ty the front below the button tape. At last, I added some rhinestones to enhance the embroidery. Summer may come!😉

Karos und Spitze – Tartans and Lace

Diese kuschelig-warme Winterbluse vereint sportliches Schottenkaro mit Spitze zu einem romantisch-verspielten Look.

This comfy winter blouse combines tartans and lace for a playfully romantic look.

Basis und Inspiration war dieser Stoff, dessen raffinierter Inkjetdruck genau diese Kombination vorgibt. Ursprünglich als Dekostoff gedacht, hatte ich auch ein kleines Sofakissen damit bezogen, doch es war noch viel übrig. Und da es sich um reine Baumwolle handelt, beschloss ich, weitere Karostoffe für eine Bluse dazu zu kombinieren. Denn auch wenn der Basisstoff etwas dicker ist als „normale“ Blusenstoffe, so ist er doch sehr weich, und zusammen mit dem Flanell (Ärmel etc) perfekt für eine warme Winterbluse.

The above fabric acted as basis and inspiration, its fancy inkjet print already showing the combination of tartans with lace and other vintage details. It was sold as material for decoration, so first I’d used it as such, sewing a cushion cover. But there was still much left, and as it’s pure cotton, I decided to go for a blouse. While it’s a bit thicker than „normal“ blouse material, it’s also quite soft, which makes it perfect for a warm winter blouse.

Wie man sieht, habe ich die gedruckten Spitzen durch applizierte, alte Spitzen ergänzt – teilweise muss man zweimal gucken, um zu erkennen, was gedruckt ist und was appliziert!

As you see, I’ve added vintage lace pieces to the printed ones, making it hard to descern which ones are printed and which ones appliqué!

Der Rücken und die Ärmel sowie Passe, Knopfleiste und Kragen bestehen aus zwei verschiedenen Karostoffen im selben Farbschema. Dabei habe ich auf dem Rücken das streng wirkende, gerade zugeschnittene Karomuster durch applizierte Spitze und Rose aufgelockert.

The back and the sleeves as well as the button tape and collar are cut from two different tartans in the same colour scheme. On the back, I wanted to loosen up the straight grain tartan, so I again used appliqué and lace.

Als weiteres Extra bekamen die Ärmel Rüschenmanschetten in schwarz – von einer alten Bluse geschnitten, die ich im Sozialkaufhaus nur erstanden hatte, um die vielen Rüschen weiterzuverwenden. Dies Schwarz wiederholt sich teils in Spitzenborten, teils im Unterkragen, am Steg und in der linken Knopfleiste. Sie blitzt etwas unter der rechten (im schrägen Karo geschnittenen) hervor. Dazu passen sehr alte, bestickte Knöpfe, die ich mal von einer älteren Dame geschenkt bekommen hatte.

Moreover, the sleeves got ruffled cuffs, cut from an old, black blouse which I had purchased in the thrift store/charity shop just for using its ruffles. Also black are some lace borders as well as the collar underneath, the collar band and the left button tape which shows a bit underneath the right one (bias-cut tartan). At last, I added very vintage stitched buttons I once had gotten from an elderly lady.