Reisetagebuch Périgord: achter Tag – Travel Journal Périgord: Day Eight

Das Château Monbazillac geniesst nicht nur seiner Schönheit und Lage wegen einen guten Ruf, sondern auch wegen seiner Weine. Wer jetzt bei Frankreich gleich an Rotwein denkt, liegt falsch: dieser Boden hier eignet sich besonders für Weissweine! Und diese werden regelmäßig ausgezeichnet. Wenn ich richtig verstanden habe, dann sind es jedoch vor allem Dessertweine. Man kann das Schloss besichtigen, was ich natürlich tat, oder auch eine Weinprobe machen – bei schwül-warmem Wetter war mir nicht danach. Was mich im Schloss fasziniert hat, sind die alten Holzschränke mit ihren geschnitzten Mustern, und ich skizzierte einige im Stehen – nur die Vorzeichnung, koloriert habe ich später.

Château Monbazillac is renowned for its wines as well as for its beauty. If you think red wine – no, the soil there is suited for very fine white wine – they get awards on a regular basis. If I’m correct, it’s mostly wines for dessert. You also can visit the castle, or taste the wines. I passed on the latter, the weather being hot, but did the former. Inside the castle the many, heavy wooden wardrobes and cabinets faszinated me, so I sketched some of them – only the lines, because there was nothing to sit on – I did the colouring later.

Wie man sieht, haben die Schränke verwirrende Muster und jede Menge Leisten und Absätze, was unmöglich perfekt zu zeichnen war. Ich habe nicht nur Ungenauigkeiten drin, sondern auch die Symmetrie stimmt oft nicht ganz – trotzdem bin ich ganz zufrieden, weil es darauf nicht ankommt. Wichtig ist, dass der Betrachter einen richtigen Eindruck von dem Gegenstand bekommt. Auch scheint mir die Tiefe/Dreidimensionalität der Muster gelungen zu sein.

As you see, the wardrobes have mind-twisting patterns with all the horizontal and vertical lines, which were impossible to sketch perfectly. There are some minor mistakes and even botched symmetry, nevertheless I’m quite satisfied with this page because these flaws don’t matter much: it is much more important to convey the right impression of the items. Also, I think I got the depth/3-D effect of the patterns right.

Und ja, ich habe heute zwei Seiten gefüllt: in Couze-de-St.-Front besichtigte ich eine historische Papiermühle. Es gibt noch 2 in dem kleinen Ort; seit 500 Jahren wird dort Papier hergestellt (jetzt hauptsächlich für Liebhaber/ als Museum, sowie Künstlerpapiere). In der Blütezeit gab es 13 Mühlen hier! Warum? Weil das Wasser des kleinen Flüsschens pH-neutral ist, was das Papier ohne Zusätze sehr haltbar macht. Sie versorgten ganz Europa, teils die neue Welt und viele Könige und Fürsten mit Papier, weil die Qualität so gut war. Die Stempel für die Wasserzeichen dieser Persönlichkeiten existieren hier noch teilweise.

Yes, today I’ve filled two spreads: in Couze-de-St-Front I visited a historical paper mill. There still are two in the village, after 500 years of paper making tradition. At times, there were 13 mills here – why? Because the water of the small river is pH-neutral, which makes the paper last long without adding chemicals. This quality had been very sought-after: Couze supplied the whole of Europe, parts of the new world and many kings and other influential men with paper – the tools for the individual watermarks can still be found here.

Natürlich haben beide Mühlen auch kleine Läden dabei… Ich verrate hier nicht, was ich dort ausgegeben habe für … naja, Papier eben! 🙂

Of course, both mills also have small shops – I won’t tell you how much money I’ve spent there for .. well, paper! 🙂