Robuste Taschen aus Papier und Plastik – Sturdy Bags Made From Paper and Plastic Foil

Selbstklebende Klarsichtfolie (z.B. zum Bücher Einbinden) und jede Menge Papier – mehr braucht es nicht, um das Grundmaterial für kleine, abwischbare Täschchen herzustellen. Für größere Taschen braucht es zusätzlich Sprühkleber und etwas dickere Plastikfolie (die Sorte, die als durchsichtige Tischdecke verwendet wird). Dazu einfach ein reichliches Stück der Klarsichtfolie abschneiden, mit der Folie nach unten auf den Tisch legen und die Trägerfolie abziehen – die Klebeseite ist jetzt oben.

Clear self-adhesive plastic foil (the kind used as protection for book covers) and a lot of papers – that’s all you need to create the basic material for water resistant small pouches. For bigger bags just add spray glue and thicker clear foil – the kind used to cover table cloths. At first, cut a piece of the adhesive foil a bit bigger than needed for the bag/pouch and put it right side down on your table. Remove the backing paper – the adhesive side is now on top.

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Oben: das Trägerpapier hat oft eine Lineatur, die das Zurechtschneiden erleichtert.

Above: the backing paper often shows a grid, allowing precise cutting.

Nun fängt der Spass an: einfach eine Collage aus dem vorhandenen Papier (ich liebe alte Zeitschriften, alte Kinderbücher und alle alten Schriftstücke, ebenso Servietten und Geschenkpapier sowie Ephemera) direkt auf der Klebefläche zusammenstellen! Unten ein paar Beispiele:

Now the fun starts! Create a collage from your papers (I like magazines, old children’s books, any vintage papers, paper napkins, gift wrapping paper and ephemera), directly on the adhesive surface! Below you see some examples:

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Das Ganze dann noch mit einem weiteren Stück Klarsichtfolie bedecken – fertig! Aus so einem Stück habe ich ein Kosmetiktäschchen genäht (nähen wie Wachstuch; der Kleber stört überhaupt nicht!):

The finished collage has to be covered with another piece of adhesive clear foil – that’s it! From one of these simple collages I’ve sewn a make up bag  (sew it like oil cloth, the glue doesn’t clot the needle):

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Dies Täschchen habe ich in meiner Handtasche seit 4 Jahren in Verwendung, es hält prima!

This cosmetic bag has already been in daily use for 4 years now, no problem!

Natürlich kann man das Ganze noch stabiler machen und auch weitere Gestaltungselemente hinzufügen, wenn man die Basiscollage mit Sprühkleber behandelt und darauf Spitzenstückchen, gepresste Blumen, Glitter etc verteilt. Dann nochmals mit Sprühkleber benetzen und statt selbstklebender Folie die dickere Plastikfolie schön glatt daraufgeben:

To create an even  more sturdy material and to add more design layers, cover the basic collage with spray glue, then add bits of lace, pressed flowers glitter, etc. Another layer of spray glue serves to adhere the thicker, non-adhesive clear foil:

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Für diese Collage habe ich lauter alte Musiknoten, alte Handschriften in verschiedenen Sprachen, alte Zeitungen, Geschenkpapier, Washi Tape, Spitze und gepresste Blüten verwendet.

For this collage I’ve used old sheet music, vintage handwritings in different languages, old ledgers, gift wrapping paper, washi tape, lace and pressed flowers.

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Hier sieht man die Klarsichtfolie darauf. Here you see the clear foil on top.

Aus diesem Material habe ich dann diese Tasche genäht:

From this material I’ve sewn this bag:

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Daran ist manches genäht, manches geklebt – dabei habe ich einiges gelernt! Zum Beispiel, dass das leichte, durchsichtige doppelseitige Klebeband aus dem Bastelladen eine große Hilfe ist, wenn man Leder, Kunstleder, Wachstuch und eben Plastik verarbeitet: es ersetzt das Stecken oder Klammern, nichts verrutscht und die Nadel geht durch wie Butter! Dagegen eignet sich das starke Klebeband aus dem Baumarkt, um die Plastikstoff-Kanten ohne Nähen einzufassen (hier obere Taschenkante – Stoffband mit Teppichklebeband um die Kante geklebt). Der Reissverschluss der Vordertasche war mal ein Geschenk von einer Freundin, mit Glitzersteinen!

I’ve used different techniques: sewing and glueing both. And I’ve learned a lot! For example: there is a thin, clear kind of doublesided adhesive tape (craft store), that is perfect for „basting“ leather, oil cloth and plastic – you can sew through it without problems! On the other hand, the more heavy duty tape from the hardware store is suited for covering the edges: here, the upper edge of the bag has been covered with a black cotton ribbon attached with heavy duty („carpet“) tape. The zipper of the front pocket once was a gift from a friend, sporting rhine stones!

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Die Tasche ist mit Nesselstoff gefüttert und hat auch oben einen leicht versenkten Reissverschluss:

The bag has been lined with cotton fabric and can be closed with a zipper:

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Die langen Henkel habe ich aus schwarzem Veloursleder genäht, mit einer Kordel gefüllt und mit Nieten befestigt:

The long handles have been sewn from black suede, stuffed with a cord, and attached with rivets:

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Der Schultergurt ist abnehmbar, da mit Karabinerhaken versehen. Er ist aus kräftigem Baumwollband, das ich noch mit schmalen Streifen aus dem Plastikstoff verziert und verstärkt habe. Die Stellen, wo die Ösen gesetzt wurden, sind auch mit Velourslederstücken verstärkt, die mit Teppichklebeband befestigt wurden.

The shoulder strap can be removed since it’s attached with snap hooks. It’s made from a sturdy cotton ribbon and small strips from the plastic collage material. The area where the eyelets are situated has been reinforced with suede that’s attached with adhesive „carpet“ tape.

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Da immer noch ein Rest des Plastikstoffes übrig war, habe ich daraus einen passenden Anhänger gemacht: zwei gleiche Stücke mit Teppichband aufeinandergeklebt und mit washi Tape die Kanten umklebt.

Since there was still a bit of plastic collage material left, I’ve made a matching tag: two pieces glued  back to back, then a bit of washi tape around the edges.

Die Tasche ist leicht, geräumig, robust und praktisch! Außerdem: ein sehr individuelles Einzelstück… Genau wie die Beuteltasche unten, die genauso hergestellt wurde, allerdings mit den Bildern aus dem Lesebuch, das ich in der 3. Klasse ( 1970)in der Schule hatte! Diese Tasche verwende ich, um Getränkeflaschen zu befördern – so stabil ist sie!

This bag is sturdy, lightweight, spacious and very functional. Plus: a very personal and unique item… Just like the bag below which has been made the same way; this time using the coloured pages from a book I had in school in 1970! I use this bag to transport water bottles, because it’s so sturdy!

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Schneeflocken für Jacke und Tasche – Snowflakes For a Jacket and a Bag

Nun soll es ja doch auch bald wieder kälter werden und auch mal etwas Schnee geben… Dazu passen diese Jacke und Tasche, beide aus alten Jeanshosen und einem Wollpullover genäht und mit meinen geliebten Schneeflocken verziert.

The weather will get colder during this week and maybe there even will be a bit of snow. This set of a jacket and a bag, both upcycled from denim trousers and an old wool sweater, matches the season featuring my beloved snowflakes.

Zunächst die Jacke: vordere Passe, Seitenteile und rückwärtiges Mittelteil bestehen aus Stücken des Wollpullovers. Die Jeansteile sind so gewählt, dass viele Taschen genutzt wurden. Der Kragen bekam einen Kantenbesatz aus weißem Kunstfell. Vordere Kante und Manschetten wurden mit einer Zackenborte verziert.

First, the jacket: the frontal yoke, the side pieces and the middle part of the back are cut from the sweater. The denim parts have been chosen to feature many pockets. The collar shows a white fake fur edge. The front and the cuffs are embellished with a rick-rack ribbon.

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Oben sitzen Knöpfe und eine alte Brosche, die man als Schneeflocken interpretieren kann.

An old brooch and two buttons add interest and could be interpreted as snowflakes.

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Die Schneeflockenborte ist eigentlich ein weißes Webband, auf das ich  T-Shirt-Transferfolie gebügelt habe, die ich vorher am PC mit Schneeflockenmotiven bedruckt habe. Auf der Tasche sitzt noch eine gehäkelte Schneeflocke.

A white ribbon, embellished  using T-shirt transfer foil on which I had printed  snowflakes, sits on the flap whereas the pocket shows a crochet snowflake.

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Das bedruckte Bändchen wurde auch auf die Streifen des Strickstoffes genäht.

Pieces of the snowflake ribbon also add interest on the knitted stripes.

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Eine weitere Schneeflocke, ebenfalls mit Folie auf weißen Stoff gebügelt, wurde auf einen Ärmel appliziert. Steppfutter macht die Jacke warm!

Another snowflake, also printed on foil and ironed on white fabric, has been appliquéd on one sleeve. The quilted lining makes for a warm winter jacket!

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Die Tasche: Die bedruckte Borte wurde auch auf den Riemen genäht; eine Kaninchenfellborte unterteilt die Klappe. Eine Applikation wurde so hergestellt wie die auf dem Jackenärmel, die anderen sind aus silbernem Metallic-Leder, blauem Leder und jeweils einem Knopf und einer Brosche.

The messenger bag: the printed ribbon was also used to embellish the strap. The flap shows a rabbit fur border. One snowflake appliqué is made the same way as the one on the sleeve, the others are cut from metallic leather and blue leather with a button and a brooch in the middle.

In frei geführter Maschinenstickerei habe ich dann „Let it snow“ mit Glitzergarn geschrieben.

Using sparkling yarn and free machine stitching, I’ve written „Let it snow.

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Unten ist noch zu sehen, wie es unter der Klappe und auf der Rückseite aussieht: auch hier wieder viele Taschen!

Below, you see the bag beneath the flap and also the back – pockets everywhere!

 

Blazerjacke im College-Stil -A College-Style Jacket

Diese Jacke wirkt zwar sportlicher als die Mohnblumenjacke vom letzten Beitrag, hat aber bei genauem Hinsehen auch etliche verspielte Details. Vor allem aber hat sie VIEL mehr Arbeit gemacht! Sie ist vom Schnitt und Stil her an die kurzen College-Blazer angelehnt. Die verwendeten Stoffe: Basis ist ein grau melierter Jersey-Steppstoff; an Kragen, Besätzen, Schulterpasse und Taschen gibt es marinefarbenen Baumwolljersey und hellgrauen Bündchenstoff. Um die Dehnbarkeit zu erhalten, ist die Jacke ganz mit Jerseyfutter in marine gefüttert. Sie ist genauso warm und kuschelig wie eine Fleecejacke!

This jacket shows the sportive style of a college jacket,  but a closer look shows some playful details, too. Anyway, it took much more time to sew than the poppy jacket in my last post! The basic material is a mottled grey quilted knit; the collar, facing, yoke and pockets sport a marine and a light grey knit material. To keep the elasticity I’ve chosen a knitted lining, too. This jacket is as comfortable and warm as a fleece jacket!

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Einige sehr teure Marken haben Jacken in diesem Stil im Programm; das Design mit aufwändigen Details hat seinen Preis! Also habe ich mich dort inspirieren lassen… Paspeln an den Kanten z.B. findet man nur bei teuren Stücken – ich habe einen dezenten Silberpaspel an der vorderen Kante bis hoch ans Revers gearbeitet. Und auch wieder verschiedene Metallknöpfe in Silber und Altgold verwendet. (Darunter sogar einer von einer alten Marinejacke)

There are some labels that offer this kind of jackets; mostly they are quite expensive. Design with elaborate details has its price! So that’s where I got my inspiration… For example: only expensive fashion sports piped edges. I’ve chosen a subtle silver piping for the front edges and on the lapel, plus a variety of metal buttons in silver and gold tones. (One of them is from an old Navy jacket)

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Ein Wort zu Texten auf Kleidung: ich bin da etwas eigen; mag nur Schrift, die entweder gar nicht lesbar ist und nur geheimnisvoll-dekorativ, oder, wenn lesbar, möchte ich mich in gewisser Weise mit der Aussage identifizieren können… Viele schöne Shirts habe ich liegen lassen, weil irgendein Unsinn draufstand oder etwas falsch geschrieben war (Hersteller in Fernost beherrschen oft weder Deutsch noch Englisch :-))! Die Applikationen auf dieser Jacke habe ich von einem gebrauchten Shirt, das ich nur wegen der Schrift auf dem Flohmarkt gekauft habe: durch meine angeheiratete Verwandtschaft in Kanada und seit meiner Reise dorthin habe ich einen Bezug dazu. Diese Applikationen gaben dann auch die Farben für die Jacke vor!

Just a word about text on textiles: I only like  a):decorative script that’s not readable and gives a mysterious look or  b): texts I can identify with in some way. How many really nice shirts I have ignored because of some stupid or misspelled texts I can’t tell! So: the appliqué on this jacket is from a used shirt I’ve purchased on a flea market just because of the text: since my daughter’s husband and in-laws are Canadians and since my journey through British Columbia I’m a fan. Also, these appliqués determined the colourscheme for the whole jacket!

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Das kleine Label „BC“ sollte eigentlich die Abkürzung für „Best Connections“ sein, doch ich habe es einfach umgedeutet zum gängigen Kürzel für „British Columbia“.

The small label „BC“ originally was from a shirt by „BestConnections“, but I just interpreted it as the short form of „British Columbia“.

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Farbliche und aufwertende Akzente habe ich auch durch viele Ripsbänder gesetzt. Sie waren alle eigentlich recht günstig im Mehrfachpack und als Geschenkbänder gedacht. Doch ein Test mit kochendem Wasser und Waschmittel ergab, dass sie farbecht und formstabil sind, somit auch für Nähprojekte gut geeignet! An den Ärmeln habe ich das weiße Band mit den grauen Punkten einfach mit buntem Garn aufgenäht, um die Farben zu erhalten.

Some colour accents have been achieved by using different grosgrain ribbons. I had purchased them in a low price multi-pack, to be used for gift wrapping. After a test in boiling water and detergent I could be sure they wouldn’t bleed or loose shape, so they could be used for sewing projects as well. On the sleeves I’ve used a white ribbon with grey polka dots, adding coloured yarn when sewing.

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Und schließlich bekam das rechte Revers noch einen silbernen Herzknopf, damit es nicht so leer war – er wirkt nun wie eine Anstecknadel, das passt zum Stil. Die Jacke sieht prima aus zu Jeans, mit einem marineblauen Top darunter.

At last I added a heart-shaped silver tone button on the right hand lapel because it looked a bit „empty“. The button looks like a lapel pin which is consistent with the style. I’ll wear this jacket with jeans and a sleeveless blue top underneath.

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Walkjacke mit gefilzten Mohnblüten – A Wool Jacket with Felted Poppies

Die Jacke aus dunkelrotem Walkstoff ist selbstgenäht nach einem alten Burda-Schnitt, den ich schon für eine sommerliche Leinenjacke verwendet hatte. Doch hier ist nicht nur das Material, sondern auch die Optik völlig anders. Vor ein paar Jahren hatte ich Mohnblüten und -blätter gefilzt, die  nun endlich ihrer Bestimmung zugeführt wurden!

This jacket is made from „boiled wool“; I’ve sewn it using an old Burda pattern from which I already had made a linen summer jacket. But this one is very different not only because of the material but also because of the embellishment.

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Die Mohnblüten allein waren mir jedoch noch zu „brav“, ein bißchen raffinierter sollte sie schon werden und so landete ich beim – ebenfalls wollenen – Schottenkaro. Es ist ein geometrischer Kontrast zu den geschwungenen Linien des Mohns, passt farblich aber sehr gut dazu.

The poppy appliqué in itsself is quite nice, but I wanted a more sophisticated look. So I came up with the wool tartan. Its geometric pattern contrasts the organic forms of the poppies while matching it perfectly colourwise.

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Für die Rückseite habe ich eine flache Applikation gearbeitet, damit an sich auch anlehnen kann, ohne dass sie stört (unten). Außerdem habe ich die Jacke ganz gefüttert, was bei Walkstoff ja nicht unbedingt nötig ist, aber da ich sie zum Überziehen verwenden möchte (nicht an Stelle eines Pullis), ist es mit Futter bequemer und wärmer.

Below: On the back I’ve sewn a flat appliqué to avoid bulky spots when leaning onto something. Also, I chose to line the jacket because I want to wear it over sweaters and outdoors.

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Der Herbst als Inspiration – Inspirational Autumn

Jahreszeiten sind immer auch eine Inspiration für Kunst und Kunsthandwerk; der Herbst mit seinen leuchtenden Farben und vielen Früchten ganz besonders. Hier ein paar Beispiele aus meiner „Werkstatt“ und Küche:

Seasons always are a rich source of inspiration for arts and crafts; most of all autumn with its radiant colours and abundance of fruits. Below you find some examples from my studio and kitchen:

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Tischdekoration für ein herbstliches Büffet…

Table decoration for an autumnal buffet…

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Und die Speisen: Blätterteigtaschen mit Pilzfüllung, herzhafte Birnen-Gorgonzola-Schnitten, Gebackener Kürbis mit Fetakäse, Herbstsalat mit Walnüssen und Feigen sowie Zwetschgenkompott (dazu gab es Walnusseis). Ein richtiges Erntedank-Büffet!

The dishes: Puff pastries with mushroom filling, hearty cake squares with pears and Gorgonzola cheese, baked hokkaido pumpkin with feta cheese, autumn salad with lamb’s lettuce, rocket salad, figs and walnuts. Dessert: fresh stewed plums (and walnut ice cream to go with it). A real harvest festival!

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Aquarellstudie… Watercolour study…

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Ein kleiner Herbstquilt, den ich vor vielen Jahren für eine Freundin genäht habe…

A small quilt I’ve sewn years ago for a friend…

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Und meine diesjährige Türdekoration: wenig Zeit, daher einen fertigen (künstlichen) Kranz, den es zum halben Preis gab, mit Flohmarktfunden ergänzt: zwei Rehgeweihe, angedrahtet, und ein besticktes Band.

And this year’s door decoration: for lack of time I chose an artificial wreath (on sale) and added flea market finds: two roe deer antlers and a hand stitched ribbon.

Tja, doch nun wird es in null komma nix schon wieder Winter sein…

Well, I guess in a blink of the eye it’ll be winter once again…

 

„Refashion“: ein Strickjäckchen – Refashion: a Jacket from Knits

In der Schweiz habe ich auch die dortigen Sozialkaufhäuser abgegrast, die dort witzigerweise „Brockenhaus“ heißen. Das hat aber nichts mit einem „großen Brocken“ zu tun, sondern kommt aus dem Französischen, wo „brocante“ ein Trödelladen oder -markt ist. Fündig wurde ich unter anderem in der Textilabteilung: ein Strickkleid von Gudrun Sjöden! Wem die Marke nichts sagt: sie steht für hochwertige, folkloristisch-farbenfrohe Mode aus Naturmaterialien. Das Kleid hatte sicher mal um die 200€ gekostet – ich zahlte 18 Franken! Der Haken: es war mal wieder nicht meine Größe… Doch ich wußte gleich, dass sich etwas Passendes daraus machen ließ.

When in Switzerland I also browsed the thrift stores/charity shops, called „Brockenhaus“, after the French word for jumble, „brocante“. In the textile departement I found a knit dress by Gudrun Sjöden – a brand that stands for high quality, colourful folkloristic clothes made from natural materials. The dress must once have cost around 200€! I got it for 18 Franken (16€). Okay, it wasn’t  my size… But I immediately recognized the possibilities.

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Der bunte Jacquard-Strick aus Baumwolle ist weich, aber etwas dicker und wärmer, sodass er sich prima mit Wollstoffresten kombinieren ließ. Ich wählte weinroten Merinostrickstoff und leuchtend roten Walkstoff. Die Zackenspitze am unteren Rand und den Ärmelkanten ist original von dem Kleid.

The colourful pattern is a thick cotton material, so it was easy to combine it with leftover wool fabrics: one a dark red  Merino wool, the other a bright red „boiled wool“ kind of material. The knitted lace border on the lower edge and on the sleeves is original from the dress.

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Auch alle anderen Zutaten stammen aus meinem Fundus: Zackenlitze, Knöpfe und ein weinrotes Stretchsamt-Bändchen für den Ausschnitt. Ich habe nichts dazugekauft!

All other „ingredients“ are from my stash, too: rick rack, buttons and a stretch velvet trim for the neckline. No need to buy anything than the dress!

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Der Winter kann kommen…

Winter may come…

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Eine Patchbluse für den Herbst – An Autumn Patchwork Shirt

Ja, nun ist es definitiv Herbst; auch wenn man mittags noch die Jacke ausziehen kann, so wird es doch morgens und abends schon empfindlich kühl. Daher habe ich mir eine Bluse genäht, die ein wenig wärmer ist als dünner Baumwollbatist. Vor allem aber passen die Brauntöne zur Jahreszeit. Ein Patchwork aus interessanten und unterschiedlichen Stoffen, sehr bequem durch viel Stretch und Jersey, dazu besonders chic durch edle Details.

It’s defintitely autumn now; especially in the mornings and the evenings you need a jacket against the cool air. So I’ve sewn a shirt from materials a bit warmer than thin cotton. And the different brown and cream tones match the season perfectly. A patchwork of interesting and different fabrics, very comfy because of lycra and knit materials, it also sports elegant details.

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Die Ärmel sind aus weichem Jersey mit etwas Wollanteil, an den Abschlüssen gibt es Spitze, zarten Voile und ein Bändchen.

The sleeves are made from a soft knit with a small percentage of wool, but the edges sport a bit of lace, thin rayon and a ribbon.

 

Die Knopfleiste habe ich wieder besonders abwechslungsreich gestaltet: verschiedene Knöpfe in unregelmäßigen Abständen wechseln sich ab mit kleinen Applikationen von Spitze und Bändchenresten. Außerdem – auch sehr herbstlich – ein Schmuckteil aus Horn (vom Flohmarkt).

The button bar has been embellished with different buttons in uneven spacing, with tiny appliquéd bits of lace or ribbon in between. Moreover, a carved horn charm (found on a Bavarian flea market) emphasizes the autumn theme.

Diese Projekt habe ich auch genützt, um mal einige Zierstiche meiner Nähmaschine zu verwenden. Sowohl die Patchworknähte als auch die verdeckte Seite der Knopfleiste habe ich damit verziert.

On this project, I’ve also used some of the ornamental stitches of my sewing machine, thus embellishing the patch seams as well as the lower part of the button bar.

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Dies Stückchen bedruckten Mikrofaserstoff habe ich von einer Freundin vor Längerem geschenkt bekommen; es ist von einer Künstlerin designt, deren Name mir jedoch nicht mehr einfällt. Jedenfalls finde ich es spannend, dass dieses moderne Stück zwar einen deutlichen Stilkontrast zum Hornknopf bietet, dabei farblich jedoch gut zu diesem passt!

This patch of printed micro fibre was a gift from a friend who had purchased it from the artist who created it – alas, I don’t remember her name (the artist’s, that is). Anyway, I like the fact that this modern piece creates an obvious stylistic contrast to the folkloristic horn charm, while matching it perfectly colour-wise.

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Auf dem Rückenteil eine applizierte Blume aus einem alten Kleidungsstück geschnitten. Damit das Dunkelbraun nicht zu krass ist, habe ich Spitzenstückchen in die Blütenmitten gesetzt.

On the back you see an appliquéd rose that I’ve selvaged from some old piece of clothing. To mitigate the contrast I’ve used bits of lace on the flowers.

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Alles in allem habe ich in dieser Bluse viele Reste verarbeitet und auch Stoffstücke, die für mich eine Geschichte haben. Als allerletzten Clou habe ich auf den linken Ärmel ein fiktives Label in frei geführter Maschinenstickerei geschrieben. Natürlich habe ich für diese Bluse ein bißchen länger gebraucht als zwei Nachmittage…Doch die Arbeit hat sich gelohnt, und nun freue ich mich auf nächsten Sonntag, wenn mein Cousin Geburtstag feiert, da werde ich sie zum ersten Mal tragen!

For this project, I’ve used up many leftovers and some pieces of fabric that remind me of places I’ve been etc. .. As a last detail I’ve written a fictitious label on the left sleeve, using the free motion technique on my machine. Of course this blouse took quite some time to sew, but it was worth all the work! Now I’m looking forward to my cousin’s birthday next Sunday where I’ll wear it the first time!

 

Ein Meerjungfrauen-Täschchen – A Mermaid’s Purse

Letzten Sommer hatte ich ein Heft der englischen „Embroiderer’s Guild“ (Stickerei Gilde) erworben. Darin war ein wunderbarer Artikel (von Pauline Spence) mit Anleitung zur Herstellung einer „Mermaid’s Purse“, also eines „Meerjungfauen-Täschchens“. Der englische Ausdruck bezeichnet ursprünglich die -oft am Strand angespülte – Hülle von Fischlaich größerer Fische. Die Künstlerin hatte den Ausdruck jedoch wortwörtlich genommen und wunderschöne, außergewöhnliche Täschchen gestaltet, die einer Meerjungfrau würdig wären! Natürlich MUSSTE ich auch so etwas „zaubern“! Nun bekam eine meiner besten Freundinnen, die selber sehr kreativ ist, diese Börse zum Geburtstag:

Last summer I purchased an edition of „Stitch“ magazine by the English Embroiderer’s Guild. It featured an article by Pauline Spence which fascinated me : taking the expression „mermaid’s purse“ ( used for egg cases of big fish)  literally, she had created gorgeous stitched little purses any mermaid would love! Of course, I had to try to create something like this, too! Now one of my best friends who is very creative herself, got one for her birthday:

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Hierfür nahm ich zwei ungefähr gleichgroße Jakobsmuschel-Hälften, deren Oberseiten zunächst mit einem Stück Volumenvlies belegt und dann mit handgefärbter Seide bezogen wurden. Durch den Stoff entstand die Möglichkeit zum Sticken und Nähen: die obere Hälfte habe ich also mit Stickerei, Spitze, Perlen und Pailletten verziert (erinnert an Seepocken, Sandkörnchen etc. mit welchen Muscheln oft besetzt sind), dann die beiden Hälften mit Stickgarn an den Enden verbunden und „Algen“ aus gefädelten Perlchen (nach Anleitung aus dem Heft) daran befestigt. An die vorderen Kanten kam ein Verschluss aus Perlenknopf und kleiner Schlaufe (aus Stickgarn). Aber natürlich wollte ich das Täschchen auch noch füllen:

Taking two scallop shells of approximately the same size, I covered them with pieces of batting below hand dyed silk, which provided the perfect base for stitching. The upper shell has been embellished with stitching, beads, sequins and lace (imitating barnacles etc) before joining the two halves at the rear end. Then I added beaded „seaweed“ like described in the article and a lock on the front edge, using a bead button and a stitched loop. But of course I wanted to fill it with something equally beautiful:

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Ein kleiner Calcedon, umstickt mit Stücken der gefärbten Seide, Spitzenröschen, Süßwasser- , Glas- und Wachsperlen, den meine Freundin entweder als Brosche oder als Kettenanhänger tragen kann.

A small blue lace agate stone with pieces of silk and lace roses, stitched with yarn, fresh water pearls and beads. My friend can decide wether to wear it as brooch or as pendant.

 

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Fundgrube Museumsladen – Museum’s Shops, a Treasure Trove

Ich liebe Museumsläden! Jedes größere Museum hat inzwischen einen, und manchmal ist man sogar gezwungen, auf dem Weg zum Ausgang den Shop zu passieren. Eltern nervt das, weil die Sprößlinge natürlich erst Ruhe geben, wenn Papa den Geldbeutel gezückt hat! Doch ohne Kinder kann ich das sehr genießen: hier findet man nicht nur das perfekte oder außergewöhnliche Geschenk für die Freundin, sondern auch eine Unmenge kreative Ideen! Für jeden Geldbeutel ist etwas dabei: Von Postkarten bis zum Luxusschal, alles bedruckt mit den schönsten Kunstwerken aller Epochen. Kleine Mitbringsel sind Magnete, Schlüsselanhänger, Tassen und Poster; es gibt jede Menge Bücher und Spiele… Nützliches wie wunderschöne Regenschirme, aber auch Schmuck, und, und… Ich kaufe fast immer Kleinigkeiten wie Postkarten oder Geschirrtücher, beides zum Weiterverarbeiten. Vor allem aber nehme ich den Kopf voller Ideen mit! Unten ein paar Beispiele:

I just love museum’s shops! Most of the bigger museums have one; sometimes you even have to pass through it to get to the exit. Well, parents loath them because the kids insist on Daddy buying something… That said, without kids it’s very much fun! These shops provide the perfect or extraordinary gift for a friend as well as a whole lot of creative ideas! You’ll find something for every budget: from postcards to luxury scarfs, everything printed with gorgeous works of art from any era. Small souvenirs or presents are magnets, key fobs, mugs and posters; there are lots of books and games… Useful things like beautiful umbrellas as well as jewelry, etc… More often than not I end up buying something inexpensive like postcards or tea towels, both for „further processing“. Most of all: I get my head full of ideas for creative projects! Below some examples:

Mitbringsel aus einem Museum über die Kultur der kanadischen Indianer: oben links ein Patch zum Aufnähen, das rechte ist ein Geschirrtuch, beides zeigt die – immer noch lebendige – Kunst der Indianer. Daraus entstand eine Leinenjacke:

Above: souvenirs from a First Nations Museum in Canada: on the left a small patch and on the right a tea towel, both showing designs of the native art. I’ve used them for a linen jacket:

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Das Geschirrtuch wurde im Rücken eingearbeitet und die Erläuterung der Symbole habe ich aus einem Reiseführer mit der Nähmaschine „abgeschrieben“. Unten: auf der Vorderseite wurde der Patch angebracht; der Kragen und die Taschen sind mit einem Stoff gefüttert, den ich auch in Kanada gekauft habe und der ebenfalls mit diesen Symbolen bedruckt ist. Auch die Knöpfe sind damit überzogen.

I’ve integrated the tea towel on the back, adding machine-stitched text explaining the symbols. Below: on the front you see the patch and the printed fabric I’ve used for the lining of the collar and the pockets as well as the buttons. It was  also bought in Canada, showing the same kind of symbolic native art.

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Neulich in einem Münchener Museumsladen fand ich wunderschön bedruckte Mousepads,doch seltsamerweise waren die Motive alle hochkant – WER verwendet sein Mousepad hochkant??? Doch die Idee blieb hängen: ich habe mir für ein paar Euro ein Mousepad mit Fotoeinschub gekauft und einzelne Fliesenmotive aus dem Internet zu einem Mosaik zusammengesetzt, das nun mein Mousepad ziert. Weitere Motive zum Auswechseln nach Lust und Laune werden folgen! Auch eine schöne Geschenkidee…

Last week in a Munich museum’s shop I saw beautifully printed mousepads, but the pictures were upright! Now, WHO uses his mousepad upright?? But the idea stuck: getting home, I bought an inexpensive mousepad with a sleeve for photos, assembled some tile pictures from the internet for a mosaic and inserted the print in the sleeve. More different motives for changing styles will follow! That’s also a very nice gift idea…

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Horizontal!

Unten: in München erstand ich auch diese kleine Replik einer klassischen Camee; ich habe vor, den Rand zu vergolden und sie, umrahmt von Perlchen, als Anhänger an eine meiner Vintage-Ketten zu verwenden.

Below: In Munich I also purchased this small replica of a classic cameo.I intend to paint the border with golden acrylic paint and frame it with beads before using it for another vintage necklace project.

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Und ein Geschirrtuch habe ich auch wieder mitgenommen – mal sehen, ob eine Tasche, Jacke oder ein Kissenbezug etc daraus wird…

I also bought another tea towel. Some day it will be transformed into a bag, a jacket or a cushion cover…

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Auch mit Postkarten kann man unendlich viel anfangen: einfach in den PC scannen, dann läßt sich alles Mögliche damit bedrucken – zum Beispiel T-Shirts etc. Einfach mal ausprobieren!

Postcards are a great design source, too: just scan it and print the design on various objects like T-shirts etc.!

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Sommergarderobe, selbstgemacht -Selfmade Summer Clothes

Noch vor meinem Urlaub hatte ich mir eine kleine Sommergarderobe genäht/ gestaltet. Den Beginn macht ein weißes „Basic“shirt, gekauft, aber sommerlich verziert:

Before my vacation I had created an array of summer clothes. First item: a purchased white basic shirt embellished for summer weather:

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Fotos von meinem letzten Urlaub in Ostfriesland habe ich auf Transferfolie gedruckt und aufgebügelt, dabei teilweise auch noch mit etwas Glitter versehen. Dann noch Einzelmotive in gleicher Technik aufgebracht und zum Schluss drei Häkelmotive, die ich schon vor Jahren in Goldgarn gearbeitet hatte, mit der Hand aufgenäht (Seestern, Muschel, Schnecke).

Using photos from my last trip to the North Sea, I printed them on transfer paper and ironed them on the fabric, adding a bit of glitter. Some single motives were added the same way. At last three crochet motives (sea shells and a starfish) I had worked some years ago using gold glitter yarn, have been sewn on the shirt by hand.

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Diese bunte S0mmerwiese ist eine selbstgenähte 7/8 Hose.

This 7/8 pants I’ve sewn shows a colourful summer meadow.

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Dazu eine Blusenjacke aus Leinen-Viscosegemisch. Sie ist als Bluse und Jacke tragbar.

This blouse is made from linen and rayon material; it can be worn as blouse or as a light jacket, open or closed.

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Zum Beispiel mit einem lachsfarbenen Top darunter!

For example with a salmon coloured top beneath it.

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Eine weitere sehr leichte Sommerjacke, geschnitten wie eine längere Jeansjacke, aber aus diversen Leinenstoffen, teils mit etws Goldglitzer darin. Sie ist bequem und perfekt zu allem zu kombinieren.

Another jacket: cut like a somewhat longer denim jacket but from linen fabrics, some of which sport a bit of goldtone glitter. It’s very comfortable and a perfect match for a lot of combinations.

sommer7

Dieses Shirt habe ich schon vor 2 Jahren genäht, aber es kommt immer wieder mit in den Koffer. Ein wunderschöner Digitaldruck auf Viscosejersey, zusätzlich veredelt mit Pailletten-Spitzenstoff (ein Ärmel und ein unteres Eck). Durch so einfache Variationen lässt sich ein Basisschnitt in „couture“ verwandeln!

This shirt which I’ve sewn already 2 years ago is still one of my favourites. The gorgeous digital print on a rayon knit has been further embellished by adding a bit of lace with sequins (one sleeve and one lower edge). Thus altering a basic pattern makes much more of it!

sommer8

 

 

 

 

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