Kleisterpapier“party“ – Paste Paper „Party“

War ja klar: während der Arbeitswoche war es heiß, doch kaum hat man frei, gibt’s Regen… Doch das ist jetzt die ideale Gelegenheit, daheim mal was Neues auszuprobieren! Seit ich auf einem Kunsthandwerkermarkt schöne handgemachte Kleisterpapiere gesehen hatte, war in mir der Wunsch erwacht, mit dieser alten Technik, die man ja meist auch noch aus Schulzeiten kennt, ein wenig zu experimentieren. Das ist eine ziemliche Panscherei, und hinterher gibt es viel aufzuräumen, aber es macht auch unheimlich viel Spaß – daher „Party“!

Here’s Murphy’s Law come true once again: during the week I had to work in hot weather, but once the weekend off is here, it rains… That said, this was the perfect „excuse“ to stay at home for some creative explorations! Having seen some gorgeous paste papers on a craft fair, I wanted to experiment a bit with this old technique which most of us still remember from our schooldays. It’s messy and you have to clean up a lot afterwards, but it’s also great fun – so, „party“ is the right word!

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Also wurde zunächst die Küche klar gemacht! Das sieht bei mir so aus: kleinen Imbiss vorbereiten und zur Seite stellen, ebenso eine Flasche Wasser. Denn: Fange ich mit sowas mal an, dann sitze ich Stunden dran, die Küche ist derweil nicht als solche zu verwenden und im Flow vergesse ich schon mal das Essen und Trinken… Für Farb- und Kleisterarbeiten nehme ich als Unterlage entweder Müllbeutel, oder, wenn es nicht wegrutschen darf, wie hier, die alte Glasplatte 80cmx80cm, die ich früher für die Seidenmalerei verwendet habe. Sie ist immer leicht sauber zu kriegen! Ich gebe hier keine genaue Anleitung – davon gibt es genug im Netz, und die Basistechnik ist ja sehr einfach. Da ich Acrylfarben verwenden wollte, traf es sich gut, dass der Discounter gegenüber grad billige im Angebot hatte – für diese Technik brauchen es wirklich keine Markenfarben sein! Als Papier hatte ich dreierlei vorbereitet: für den Anfang einfaches Verpackungspapier, das als Polster-/Füllmaterial in einem Paket vom Versandhaus gewesen war. Dann hatte ich noch einen Rest helles, fast weißes Packpapier, und schließlich einen A3-Zeichenblock (auch ein billiges No-Name-Produkt). Vor Beginn hatte ich mir nicht nur auf Pinterest Beispiele von Kleisterpapieren angesehen, sondern mir auch Gedanken über die Farbgestaltung gemacht. Ich beschloss, quasi „Kollektionen“ herzustellen, sodass immer mehrere Papiere farblich zusammenpassen. Die erste seht Ihr oben auf dem Bild: „Mystical India“ repräsentiert die warmen Farben. Unten ist die zweite zu sehen: „Ozeanwellen“ in kühlen Blau- und Grüntönen.

So, first my kitchen had to be converted into a „wetwork“ space! Also, I had to prepare a snack and a bottle of water – later, the kitchen wouldn’t be in a state suitable for preparing meals – and in the flow I tend to forget about eating and drinking… For covering the table I used my old glass plate 80x80cm, that I had purchased for silk painting. It lies flat without shifting and is very easy to clean. (As for instructions – this is not a tutorial, because you’ll find plenty on the net, and the basic technique is very easy. ) Since I wanted to use acrylic paints, I was happy to find that the discounter across the street was offering affordable ones just this week – no need to use expensive paints for this technique! As for paper, I had prepared 3 different kinds: for the first tries I used a simple packing paper which had filled the surplus space in a parcel I had received. The second one was a leftover of a light-coloured packing paper roll, and then I had a A3 block of sketching paper (also a no-name product). Before starting, I had done some thinking about the colour schemes and decided on different „collections“, so that the papers of one collection would match each other. The picture above shows the first collection: „Mystical India“ for a warm, spicy colourscheme; below the other one: „Ocean Waves“ for cool, blue and green hues.

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Zu den Papieren: Die Ergebnisse waren bei allen drei Sorten vergleichbar; allerdings ist das Arbeiten mit dickerem/besserem Papier einfacher. Im Anschluss stelle ich jedes der Papiere kurz einzeln vor mit Hinweisen, wie die Muster entstanden sind. Der Beitrag wird also etwas länger – jetzt ist der Moment, um etwas zu Trinken zu holen und es sich bequem zu machen 🙂 (oder einfach nur die Bilder zu scrollen…)

The different kinds of papers showed nearly the same result for the designs, but working with thicker/better paper was much easier. Now, this post will get a bit longer than most because I want to show each paste paper with some explanations how the design was created. So this might be the time to fetch a drink and make yourself comfortable 🙂 (or you just scroll along for the pictures…)

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Diese Farbkombination aus Magenta (Pink) und Orange mit etwas Gold ist für mich einfach „indisch“ – daher der Name der Kollektion. Die erste Schicht ist Gold und Orange, darauf kam Magenta; in die feuchte Schicht habe ich zunächst mit einer Musterrolle gerollt, dann mit einem Zackenspachtel Schwünge gesetzt und mit einem Pinselstiel die Spiralen.

This colour combination: magenta, orange and a bit of gold is often found in India, so that’s how I named the collection. The basic layer is gold and orange, the second magenta; for mark-making I used first a vintage design roller, then a notched trowel for the curves and a brush handle for the spirals.

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Oben: hier gibt es nur eine Schicht Farbe, das Verdrängungsmuster entstand durch ein zusammengeknülltes Stück Papier, das ich in die Farb-Kleisterschicht gedreht habe. Für kleine Highlights wurde Goldfarbe (ohne Kleister) mit einem Stupfpinsel aufgestupft.

Above: only one layer of paint; a crunched piece of paper was pushed into the wet colour-paste with a rotating motion. When dry, some highlights in gold have been added using pure paint and a thick thistle brush.

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Also auf dem Foto sieht das Papier oben blau aus; tatsächlich handelt es sich um Lila. Die Basis ist Gold, es gibt wieder Spiralen, auch wurde die lila Schicht teils mit dem Spatel verdrängt, teils mit einem geriffelten Holzstopfen darübergerollt.

This photo shows gold and blue; actually, it’s a purple hue. First layer: gold, the the purple layer which has been stroked with a pallettknife to uncover the golden layer in some spots,. There are spirals, once again, and the traces of a ribbed wooden stopper.

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Hier ist die untere Lage lila, die obere magenta. Das Rosenmuster entstand durch einen großen (Keks-)Stempel aus dem Euroladen, der in die Farbe gedreht wurde. Für Kekse verwende ich ihn nicht! Und ich gebe zu: ich kann es nicht lassen… Acrylfarbe kann nämlich Glitter binden… deshalb habe ich hier Goldglitter gestreut…

With a base layer of purple and a top layer of magenta this „roses“ design has been created with a cookie stamp (which I don’t use for cookies!), rotating it when stamping. And then… I know I’m a confirmed addict of glitz… Since acrylic paints can hold glitter, this paper has been highlighted with some.

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Eine Schicht, dafür in zweifarbigen Streifen, bearbeitet mit Gabel und Finger..

One layer, but two-coloured, worked upon with a fork and a finger…

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Lila, mit Luftpolsterfolien-Abdruck. Darauf habe ich mit Kupfer einen indischen Holzstempel verwendet.

Purple, with the marks of a bubble wrap, then stamped with copper flowers using a vintage wooden Indian stamp.

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Für diese Papier habe ich Orange und Gold gemischt und mit dem Kleister aufgetragen. Dann habe ich dünnflüssige Farbe (bügelfixierbare Seidenmalfarbe) auf die feuchte Masse gespritzt und anschließend einen Pinselstiel hindurchgezogen. Die Kombination von Acryl- und Seidenmalfarbe klappt einwandfrei! Aber wohl nur mit der bügelfixierbaren Sorte.

For this paper I mixed orange and gold with the paste. When still wet, I’ve sprinkled liquid silk paint (for heat setting) on top and used the brush handle for mark making. Those two different paints work well together .

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Diesmal habe ich das Papier mit der flüssigen Seidenmalfarbe ohne Kleister ganz in Lila bemalt, trocknen lassen und dann orange-goldene Kleistermasse aufgetragen. In diese dunkelrote Seidenfarbe getropft und dann das Ganze mit einem Musterroller mehrfach bearbeitet.

This time I used the silk paint without paste to create the purple background, applying orange and gold with paste after drying. Then I sprinkled dark red silk paint into the wet pasty paint and worked it over several times with a design brayer.

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Oben: Goldfarbener Hintergrund, darauf lila Kleisterschicht, mit Luftpolsterfolie bearbeitet und anschließend einen indischen Holzstempel eingedrückt.

Above: golden background with a purple paste layer; worked over with bubble wrap and a wooden Indian stamp.

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Auch typisch Indien: Paisley-Muster! Diese sind in orange Kleisterschicht mit dem Pinselstiel eingekratzt; darunter erscheint der dunkelrote Hintergrund. Zum Schluss habe ich noch mit Goldfarbe kleine Highlights gesetzt.

Typical India: Paisley motives! These have been „carved“ into the orange paste layer using the brush handle. The dark red background makes for contrast. At last, some golden dots add interest.

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Nun zum Thema „Ozeanwellen“! Das obige Beispiel zeigt ein klassisches Kleisterpapiermuster; eine Lage, zunächst mit dem kleinen, geriffelten Holzstopfen bearbeitet, dann das große Muster mit einem kleinen Stück einer alten Scheckkarte „geschoben“.

Changing the colour scheme: this is a classical paste paper design: one layer, worked over first with the small ribbed wooden stopper, then with a small piece of an old credit card.

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Und da sind sie, die Wellen 🙂 ! Im Grunde ist dies nur eine Lage Kleisterfarbe, in welche ich aber mehrfach andere Farben (silber, gold, dunkelblau) mit dem Pinsel eingearbeitet habe – und mit dem Stiel auch ein paar herausgekratzt habe.

Voilà the waves! Basicly, this is only one layer, into which I’ve added several other colours (silver, gold and dark blue) with the brush, then adding finer lines with the handle.

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Ein paar Fische und Wasserpflanzen tummeln sich hier auf einem Grund, der mit Luftpolsterfolie strukturiert wurde. Zum Schluss kamen goldene Tupfen hinzu sowie etwas Glitter.

Fish and water plants populate this sheet, which has been structured with bubble wrap. Added glitter and some golden dots make for a shimmering paper.

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Wieder eine klassische Methode: auf die Basis aus lila Seidenfarbe kam die türkisfarbene Kleisterschicht, die ich mit einem gezackten Spachtel gemustert habe. Die Kringel stammen wieder vom Pinselstiel. Nach dem Trocknen kamen noch kupferne Punkte dazu.

Once again a classic: working with a notched trowel into the wet turquoise layer to uncover the base of purple silk paint. The brush handle added some circles and when dry, dots of shimmering copper paint were added.

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Blüten sind zwar nicht das Thema, aber die Farben passen. Hier wurde wieder mit dem Pinselstiel und dem Stück Scheckkarte gearbeitet.

Well, flowers aren’t exactly matching the theme, but the colours are. The brush handle and the piece of the old credit card have been busy here.

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Bei diesem Muster habe ich die Farben mit dem Fotoapparat nicht einfangen können – es ist eine stark schimmernde Mischung aus Perlmutt, Silber, Gold und Blau, die von Fischschuppen und Austerschalen inspiriert wurde. Gearbeitet hat hier nur der Pinsel.

On this sheet I haven’t been able to catch the colours with the camera. It’s a shimmering mixture of mother-of-pearl, silver, gold and blue, inspired by fish scales and oyster shells. Worked with the brush.

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Das letzte Blatt! Und daher auch einfach aus den noch vorhandenen Resten auf der Palette hergestellt und mit etwas silbernem Glitter bestreut.

The last sheet! Made using up all the left paint and paste, then highlighted with a bit of silver glitter.

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Und wozu kann man diese farbenfrohen Schönheiten verwenden? Nun, zu allem, wozu man auch andere (gekaufte) Bunt- und Designpapiere nimmt! Ein paar Beispiele gibt es in meinem nächsten Beitrag!

Here they are, the colourful beauties! How to use them? Well, the same way as purchased design papers! You’ll find some examples in my next post!

 

 

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2 Kommentare zu „Kleisterpapier“party“ – Paste Paper „Party“

  1. es wird Zeit, dass du dich -zumindest nebenberuflich- als Designerin selbständig machst.Die Muster sind alle wunderschön und vielfältig. Mein Favorit ist das grüne Muster, das du mit der Scheckkarte geschoben hast. .

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